ADAC Taxitest: So schneidet München ab

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Für die Münchner Taxler stellten die Tester unter anderem positiv fest: Bei allen Fahrten war der Taxameter ordnungsgemäß eingeschaltet, die allermeisten Fahrten wurden auf dem kürzesten Weg angesteuert. Alle Fahrer waren beim Ein- und Ausladen des Gepäcks behilflich und zudem freundlich und ordentlich gekleidet. Mit nur einer Ausnahme war auch das Bezahlen mit EC-/Kreditkarte möglich.

Negativ fielen unter anderem auf: In 16 der insgesamt 20 Autos gab es keinen sichtbaren Aufkleber mit dem Hinweis „Bitte anschnallen“ und in 15 Taxis war die Tarifübersicht nicht gut erkennbar angebracht. Zwei „schwarze Schafe“ gab es auch: Ein Taxler fuhr für eine Kurzstrecke einem Umweg von 68,2 Prozent. Und bei einem anderem roch es im Wagen stark nach kaltem Rauch. Unter dem Strich fällt die Bilanz für München aber positiv aus. Und auch beim Preis ist die Landeshauptstadt – anders als bei den meisten anderen Preis-Rankings – nicht das teuerste Pflaster, sondern liegt nur auf Rang 7: Eine 7 Kilometer lange Fahrt kostet hier 19,50 Euro. Spitzenreiter ist Düsseldorf mit 22,80 Euro. Übrigens: Die Gebühren liegen nicht in Hand der Taxi-Unternehmer, sondern werden in der Tarifordnung von den jeweiligen Kommunen festgelegt.

E-Taxi-Offensive des ADAC Südbayern soll für saubere Luft sorgen

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Stickoxid-Grenzwertüberschreitungen in Innenstädten weist der ADAC ferner darauf hin, dass derzeit rund 90 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Taxen Diesel-Fahrzeuge sind. „Wir brauchen eine nationale Anstrengung für alternative Antriebstechnologien in der öffentlichen Beförderung. Das gilt insbesondere auch für das Taxi. Hier könnte der Bund zum Beispiel seine ambitionierten Ziele für mehr Elektromobilität zum Anlass für sinnvolle Förderprogramme nehmen“, sagt Alexander Möller, Geschäftsführer des ADAC e.V. Mit der Initiative „Eco-Taxi“ in den Städten München, Frankfurt oder Nürnberg fördert der ADAC schon seit Jahren eine umweltschonendere Art der Beförderung. Insgesamt sind bundesweit 350 Taxen als sogenannte „Eco-Taxi“ zertifiziert.

In München ist man derweil schon einen Schritt weiter: Elektromobilität ist für die Innenstädte ein Zukunftsmodell – davon konnte der ADAC Südbayern 2016 die Landeshauptstadt München überzeugen und eine gemeinsame Partnerschaft für das Projekt „TaxE“ erzielen. „Das Rathaus bezuschusst Taxi-Betreiber, die auf ein elektrisch betriebenes Fahrzeug umsteigen, mit bis zu 20 Cent pro elektrisch gefahrenem Fahrgast-Kilometer“, erklärt Projektleiter Florian Hördegen. „Zukünftig sollen diese umweltschonenden Taxis mit einem Logo an der Seitentür der Fahrzeuge gekennzeichnet werden.“ Insgesamt hat die Landeshauptstadt München eine Summe von 2 Millionen Euro in Aussicht gestellt, was zehn Millionen Fahrgast-Kilometern entspricht. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und soll bereits im Herbst umgesetzt werden. (Zur Medienmeldung zum E-Taxi-Projekt geht es über diesen den Link!)

Fazit des ADAC Tests: „Taxifahren ist verlässlich!“
„Taxifahren ist verlässlich!“, sagt Alexander Möller. „Wir haben bei diesem Test bewusst die klassische Taxi-Welt betrachtet. Denn an vielen Stellen in Bund und Ländern wird über Veränderungen des Personenbeförderungsrechts nachgedacht. Wer aber in der Diskussion über veränderte Geschäftsmodelle auch über Anpassungen von Verbraucherschutz-Standards spricht, muss Qualifikation und Kompetenz der Fahrer, die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge und transparente Informationen zu Preisen weiterhin gesetzlich garantieren.“ Deshalb wird der ADAC die Debatte um eine Veränderung des Personenbeförderungsrechts aktiv begleiten.

 
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